Geltendmachung von Haftpflichtansprüchen gegen das ehemalige TelDaFax-Management

BAUER | DÄLKEN | DR. DÄLKEN klagen erfolgreich gegen TelDaFax: Geschäftsführer der insolventen TelDaFax Services GmbH muss Kunden persönlich entschädigen. Zahlreiche Amtsgerichte und Landgerichte folgen bundesweit der Entscheidung des Amtsgerichts Lingen.

Welche Gefahren für GmbH-Geschäftsführer lauern, die in der Unternehmenskrise nicht rechtzeitig den Gang zum Insolvenzgericht antreten, das musste nun der ehemalige Geschäftsführer der TelDaFax Services GmbH aus Troisdorf erfahren: Weil es ein Schreiben des Unternehmens, in dem ein Energiekunde aus dem Emsland aufgefordert wurde, seinen voraussichtlichen Jahresenergieverbrauch im Wege der Vorkasse an TelDaFax zu leisten, als betrügerisch bewertete, verurteilte das Amtsgericht Lingen ihn jetzt zum Schadensersatz.

Das Amtsgericht Lingen konfrontiert den Geschäftsführer in seinem Urteil mit den bereits lange vor Insolvenzeröffnung bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des gesamten Konzerns. Dazu nahm das Gericht unter anderem Bezug auf einen Bericht des Insolvenzverwalters der TelDaFax Services GmbH vom 30.11.2011, aus dem hervorgehe, dass die Deutsche Postbank AG bereits Ende 2010 den Zahlungsverkehr über das Konto der GmbH wegen bestehender Zahlungsschwierigkeiten einstellte. Als Geschäftsführer der TelDaFax Services GmbH, die in der Unternehmensgruppe unter anderem für den Forderungseinzug bei den Energiekunden verantwortlich war, habe der Geschäftsführer bewusst hingenommen, dass der klagende Kunde Zahlungen leistet, ohne noch ausreichende Energielieferungen zu erhalten. Ein solches Verhalten sei betrügerisch nach § 263 des Strafgesetzbuches und begründe eine Verpflichtung des Geschäftsführers, dem Kunden den entstandenen finanziellen Schaden zu ersetzen.

Für den ehemaligen Geschäftsführer des Energiekonzerns ist das Urteil nach Einschätzung des Rechtsanwaltes Florian Dälken nicht nur deshalb kritisch, weil ihm auf Grundlage dieser Entscheidung zahlreiche weitere Schadensersatzprozesse drohen. „Weil das Gericht ausdrücklich den vorsätzlichen Strafcharakter des Schadensersatzanspruches ausgeurteilt hat, dürfte es für den Geschäftsführer beinahe unmöglich sein, sich den Zahlungsansprüchen der Kunden in gleichgelagerten Fällen durch die Einleitung eines eigenen Insolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahrens zu entziehen“, so Dälken. Der Jurist rät allen rund 700.000 ehemaligen TelDaFax-Kunden sowie auch den ehemaligen Geschäftspartnern des Unternehmens, überprüfen lassen, ob auch ihnen Haftpflichtansprüche im Zusammenhang mit der Insolvenz des Energierunternehmens zustehen. Dabei sei rasches Handeln geboten, denn es sei zweifelhaft, ob die verantwortlichen Geschäftsführer langfristig in der Lage sein werden, berechtigte Zahlungsansprüche zu befriedigen. „Die typischen Manager-Haftpflichtversicherungen – sog. D&O-Versicherungen – zahlen jedenfalls bei betrügerischem Verhalten von Geschäftsführern nicht“, betonte Dälken.
Das Urteil des Amtsgerichts Lingen ist rechtskräftig (Az. 12 C 319/12)

> Das Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 21.09.2012 | 12 C 319/12 | PDF

Zwischenzeitlich haben sich weitere Gerichte bundesweit der Rechtsauffassung des Amtsgerichts Lingen angeschlossen und in den von uns geführten Prozessen einen Schadensersatzanspruch gegen den ehemaligen TelDaFax-Manager angenommen:

> Berufungsurteil des Landgerichts Bielefeld vom 11.02.2015 | 21 S 85/14 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Stade vom 25.02.2015 | 2 S 17/14 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Bremen vom 16.01.2015 | 4 S 63/14 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Hagen vom 17.12.2014 | 3 S 47/14 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Freiburg vom 05.08.2014 | 9 S 26/14 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Wuppertal vom 24.04.2014 | 9 S 2/14 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Berlin vom 22.07.2014 | 49 S 40/13 | PDF
> Berufungsurteil des Landgerichts Braunschweig vom 19.01.2015 | 11 S 309/13 | PDF
> Beschluss des Landgerichts Aurich vom 14.09.2014 | 1 S 88/14 | PDF
> Beschluss des Landgerichts Kiel vom 11.03.2014 | 7 S 10/14 | PDF

Urteil des Amtsgerichts Bühl vom 26.08.2014, 3 C 298/14 *
Urteil des Amtsgerichts Hagen vom 13.05.2014, 144 C 52/13 *
Urteil des Amtsgerichts Bremen vom 23.01.2014 | 5 C 0284/13 *
Urteil des Amtsgerichts Burgwedel vom 26.03.2014 | 76 C 111/13 *
Urteil des Amtsgerichts Emden vom 20.03.2014 | 5 C 555/13 *
Urteil des Amtsgerichts Schleiden vom 24.01.2014 | 10 C 245/12 *
Urteil des Amtsgerichts Hamburg-Barmbek vom 07.03.2014 | 820 C 355/13 (2) *
Urteil des Amtsgerichts Staufen im Breisgau vom 03.02.2014 | 2 C 136/13 *
Urteil des Amtsgerichts Potsdam vom 26.02.2014 | 34 C 251/13 *
Urteil des Amtsgerichts Marburg vom 27.01.2014 | 9 C 643/13 (81) *
Urteil des Amtsgerichts Königsberg im Taunus vom 18.12.2013 | 21 C 95/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 27.12.2013 | 12 C 878/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Plön vom 20.12.2013 | 1 C 31/13 *
Urteil des Amtsgerichts Solingen vom 19.12.2013 | 11 C 100/13 *
Urteil des Amtsgerichts Solingen vom 19.12.2013 | 11 C 119/13 *
Urteil des Amtsgerichts Schwabach vom 17.12.2013 | 5 C 959/13 *
Urteil des Amtsgerichts Euskirchen vom 04.12.2013 | 12 C 310/13 *
Urteil des Amtsgerichts Eschwege vom 18.11.2013 | 2 C 311/13 *
Urteil des Amtsgerichts Tecklenburg vom 05.11.2013 | 13 C 182/13 *
Urteil des Amtsgerichts Langenfeld vom 12.11.2013 | 2 C 208/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 02.10.2013 | 4 C 100/13 | PDF
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 09.10.2013 | 4 C 132/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Hameln vom 13.09.2013 | 35 C 36/13 *
Urteil des Amtsgerichts Coesfeld vom 30.10.2013 | 4 C 55/13 *
Urteil des Amtsgerichts Ahaus vom 09.10.2013 | 14 C 136/13 *
Urteil des Amtsgerichts Ahaus vom 09.10.2013 | 14 C 131/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 02.10.2013 | 4 C 110/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Landsberg am Lech vom 20.08.2013 | 4 C 199/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 19.08.2013 | 12 C 629/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Eschweiler vom 26.09.2013 | 23 C 21/13 *
Urteil des Amtsgerichts Köln vom 25.09.2013 | 201 C 121/13 *
Urteil des Amtsgerichts Bonn vom 20.09.2013, 105 C 7/13 *
Urteil des Amtsgerichts Horb am Neckar vom 05.09.2013 | 1 C 20/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 14.08.2013 | 12 C 268/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Bersenbrück vom 03.07.2013 | 11 C 190/13 *
Urteil des Amtsgerichts Münster vom 15.07.2013 | 3 C 864/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 05.07.2013 | 12 C 1215/12 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Hameln vom 28.06.2013 | 23 C 32/13 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 20.06.2013 | 12 C 184/13 | PDF
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 20.06.2013 | 12 C 75/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Hannover vom 18.06.2013 | 409 C 4355/13 *
Urteil des Amtsgerichts Hohenstein-Ernstthal vom 10.06.2013 | 4 C 155/13 *
Urteil des Amtsgerichts Köln vom 29.05.2013 *
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 29.05.2013| 4 C 204/13 | PDF
> Urteil des Amtsgerichts Lingen vom 16.05.2013 | 12 C 49/13 | PDF
Urteil des Amtsgerichts Kempten (Allgäu) vom 16.05.2013 | 1 C 111/13 *
Urteil des Amtsgerichts Schleiden vom 18.04.2013 | 10 C 213/12 *

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Wir beraten und vertreten Sie im Gesellschaftsrecht und Insolvenzrecht.
> Herr Rechtsanwalt Florian Dälken, Fachanwalt für Insolvenzrecht

2017-03-17T20:48:47+00:00